Mehrere Werke eines Autors / Zitierverweise aktualisieren nicht / Entscheide des Bundesgerichts

Daniel S. hinzugefügt 15 Tagen her
unbeantwortet

Sehr geehrtes Citavi-Team

Ich habe folgende Probleme mit meinen eigens kreierten Zitationsstil:

1. Die von mir erstellten Kurzbelege werden nicht richtig widergegeben bzw. aktualisiert. So müsste es in der Fussnote 2 - wie in der zuvor erstellten Fussnote 1 - lediglich "Domej, S. 70 ff." und nicht "Domej, Finanzierung, S. 70 ff." heissen, da der Kurzbeleg richtigerweise ja lediglich das alphabetisch zweite Werk der nämlichen Autorin betreffen muss. Richtig dargestellt ist das Ganze im Literaturverzeichnis (siehe Anhang Kurzbelege);

2. Für die Aufnahme von Bundesgerichtsentscheiden muss ich in der Zitierweise zwischen amtlich publizierten und unpublizierten Entscheiden differenzieren.

  • Amtlich publizierte Entscheide des Bundesgerichts habe ich mit dem Verweis auf die amtliche Publikation ("BGE"), dem Aktenzeichen (z.B. "145 III 365"), der konkreten Erwägung (z.B. "E. 5.5") und der konkreten Seitenzahl der Aussage (z.B. "S. 369 f.") anzugeben. Im Beispiel also "BGE 145 III 365 E. 5.5 S. 369 f.";
  • Unpublizierte Entscheide des Bundesgerichts habe ich demgegenüber mit der Art der Entscheidung "Entscheid des BGer.", dem Aktenzeichen (z.B. "4A_1/2014"), dem Entscheiddatum (z.B. "26. März 2014") mit voran gestelltem "vom" und der durch ein Komma abgetrennten Erwägung (z.B. "E. 2.3") anzugeben. Im Beispiel also "Entscheid des BGer. 4A_1/2014 vom 26. März 2014, E. 2.3".

Dafür habe ich meine Vorlage entsprechend formatiert (siehe Anhang Vorlage). Unbefriedigend ist daran jedoch, dass ich denselben Entscheid, von welchem ich in verschiedenen Fussnoten verschiedene Erwägungen zitieren möchte, mehrmals in meine Literaturverwaltung aufnehmen muss. Dieser Umstand liegt darin begründet, dass ich die Erwägungen als Absatznummern gespeichert habe und von mehreren so gespeicherten Erwägungen in der Folge nicht eine separat zitieren kann.

3. Schliesslich habe ich keine Möglichkeit gefunden, dass bei einer Fussnote, welche sowohl literarische Quellen als auch Entscheide enthält, zunächst die Entscheide chronologisch und erst danach die literarischen Quellen alphabetisch widergegeben werden.

Für Ihre Bemühungen und Ihre Hilfe badanke ich mich bereits im Voraus.

Daniel S.

Kommentare (7)

Foto
1

1. Ist die Idee, dass Citavi automatisch erkennen soll, welcher Titel pro Autor im LV zuerst kommt, und dann bei diesem dem Kurztitel unterdrückt, oder reicht es aus, wenn der Nutzer bei diesem Titel einfach keinen Kurztitel angibt, sich aber selber drum kümmert, das alphabetisch richtig zu machen? Automatisch geht auch. Geht alles. Ist aber wahrscheinlich, so ich keine Tomaten auf den Augeben habe, sehr kompliziert, und müsste programmiert werden.

2. Verstehe ich nicht. Warum wird die Entscheidung nicht einfach nur einmal erfasst, und die verschiedenen Erwägungen werden als Seitenbereich des konkreten Nachweises angegeben?

3. Kann man alles machen. Siehe diese Frage. Man muss sich nur die gewünschte Sortierlogik genau vor Augen führen und den Code entsprechend anpassen. Soll zum Beispiel wirklich streng chronologisch sortiert werden, so dass das Regionalgericht Neuenburg zwischen zwei BG-Entscheidungen auftauchen kann, oder zuerst nach einer Gerichtshierarchie? Wie ist es mit der Hierarchie der Dokumentenarten? Reicht es aus, Gerichtsentscheidungen mit 1, alles andere mit 2 zu ranken, oder gibt es eine komplexere Hierarchie der Entscheidungsarten? (Der adleräugige wird es schon vermuten: das Ranking der Dokumentenarten ist genau das, wofür im Code GetCriterionOne(Reference reference) vorgesehen ist. Was bedeutet alphabetische Sortierung der übrigen Dokumentenarten? Alphabetisch nach Autor, Titel, Untertitel, etc.? Alphabetisch streng genau so wie der Nachweis im LV aussieht? Alphabetisch nach Autor, dann nach Jahr?

Foto
1

Besten Dank für Ihre umgehende und ausführliche Antwort!

1. Genau, Citavi sollte dies automatisch erkennen. Denn für die Frage, ob und bei welchem Verweis Kurzbelege angegeben werden sollen, ist einzig die Reihenfolge im LV massgebend. So habe ich das LV auch benutzerdefiniert absteigend nach Autor, Titel und Untertitel sortiert. Im Beispiel hätte Citavi nach dem Einfügen der Fussnote 2 also erkennen müssen, dass weder in der Fussnote noch im LV ein Kurzbeleg vonnöten ist, da die entsprechende Quelle die benutzerdefiniert erste der entpsrechenden Autorin ist (siehe Anhang Kurzbeleg).

2. Weil es sich einerseits um amtlich publizierte und andererseits um nicht publizierte Entscheide handelt, welche - wie dargelegt - eben unterschiedlich aufzuführen sind. Unter Umständen kann ich Ihrer Antwort jedoch nicht ganz folgen.

3. Mhm, ja, Ihre andere Antwort geht in die richtige Richtung. Es sollen zunächst sämtliche Entscheidungen des Bundesgerichts aufgeführt werden, dabei die publizierten vor den unpublizierten und innerhalb der beiden Kategorien die jüngeren vor den älteren Entscheiden. Danach folgen kantonale Entscheidungen, wiederum die jüngeren vor den älteren. Danach sollen die weiteren Quellen alphabetisch, d.h. abermals gestützt auf das LV nach Autor, Titel und Untertitel aufgeführt werden.

Foto
1

1. Ich habe da wie gesagt eine komplizerte Idee vor Augen: man müsste innerhalb der Kurztitel-Komponente in der Fußnotenvorlage überprüfen, an welcher Stelle der korrespondierende Eintrag im Literaturverzeichnis steht. Das geht, ist aber kompliziert, da man unter anderem die Sortierlogik des LV im Programmcode für den Komponentenfilter nachbilden muss. Von daher mal abwarten, ob der Support eine einfachere Lösung hat.

2. Wenn von einer unpublizierten Entscheidung mehrere Erwägungsgründe zitiert werden, reicht es doch dennoch aus, die Entscheidung nur einmal zu erfassen. Der Verweis auf den genauen Erwägungsgrund findet auf der Ebene des konkreten Nachweises (innerhalb der Fußnote), nicht auf der Ebene des Datensatzes "erfasste Gerichtsentscheidungen" statt.

3. Wirft noch ein paar Unterfragen auf

a) Findet auf kantonaler Ebene keine Unterscheidung zwischen publizierten und unpublizierten Entscheidungen statt?

b) Ist innerhalb der Gruppe "Entscheidungen auf kantonaler Ebene" eine Sortierung nach Kanton gewünscht?

c) Sollen die Entscheidungen auf kantonaler Ebene hierarchisch gegliedert werden, so dass bspw. eine Entscheidung eines Bezirksgerichts nicht zwischen zwei Entscheidungen eines Obergerichts auftauchen kann?


B und C kann noch Fragen der Datenerfassung aufwerfen. Wenn B=Ja muss der Kanton (die Jurisdiktion) irgendwie erfasst werden. Wenn C=Ja, ist ebenfalls die Frage, wie das erfasst werden kann. Wenn man sich meinen Code mal anguckt, weise ich den Gerichten eine Ebene in der Hierarchie auf Grundlage des Namens zu.

// Oberste Bundesgerichte

			else if (court.Equals("Cons. d'État")) return "ca";
			else if (court.Equals("Cass.")) return "cba";
			else if (court.Equals("Cass. ass. plén.")) return "cba";
			else if (court.Equals("Cass. 1ère")) return "cbb";
			else if (court.Equals("Cass. 2ème")) return "cbb";
			else if (court.Equals("Comm.")) return "cbb";			

			else if (court.Equals("BVerfG")) return "ca";
			else if (court.Equals("RG")) return "cab";
			else if (court.Equals("BGH")) return "cb";
			else if (court.Equals("BVerwG")) return "cc";
			else if (court.Equals("BAG")) return "cd";
			else if (court.Equals("BFG")) return "ce";
			else if (court.Equals("BSG")) return "cf";

			else if (court.Equals("HR")) return "ca";
			else if (court.Equals("PHR")) return "cab";

			// Bundesobergerichte

			else if (court.Equals("BPatg")) return "da";

			// Landesverfassungsgerichte

			else if (court.Contains("LVerfG")) return "dn";

			// Bayerisches Oberstes Landesgericht

			else if (court.Contains("Bay. Ob. LG")) return "do";

			// Landesobergerichte

			else if (court.Contains("CA")) return "ea";

			else if (court.Contains("OLG") || court.Contains("KG")) return "ea";
			else if
				(
				court.Contains("OVG")
				|| court.Contains("VGH")
				|| court.Contains("C.A.A.")
				)
				return "eb";
			else if (court.Contains("LArbG")) return "ec";
			else if (court.Contains("LFG")) return "ed";
			else if (court.Contains("LSG")) return "ee";

			else if (court.Contains("Rechtbank")) return "ea";

			// Landesgerichte mit allgemeiner Zustaendigkeit

			else if (court.Contains("LG")) return "fa";
			else if
				(
					court.Contains("VG")
					|| court.Contains("T.A.")
				) return "fb";
			else if (court.Contains("ArbG")) return "fc";
			else if (court.Contains("FG")) return "fd";
			else if (court.Contains("LSG")) return "fe";

			// Amtsgerichte

			else if (court.Contains("AG")) return "ge";

			return "zz";
Das geht in der Schweiz nicht so einfach, da ja bspw. ein Kantonsgericht je nach Kanton ein erst- oder zweitinstanzliches Gericht sein kann. Es stellt sich damit die Frage, wie stattdessen die Position innerhalb der Hierarchie in der Datenstruktur automatisierbar erfasst werden könnte.

Foto
1

1. In Ordnung. Warten wir also auf eine Antwort des Support-Teams.

2. Besten Dank; dieses Problem konnte ich mit Ihrer Hilfe lösen.

3.

  • a) Nein, eine Unterscheidung nach publizierten und unpublizierten Entscheiden ist auf kantonaler Ebene nicht notwendig;
  • b) Nein, eine Sortierung nach Kanton ist nicht erwünscht, lediglich eine solche nach den Entscheiddaten (jüngere vor ältere);
  • c) Nein, eine hierarchische Gliederung ist auf kantonaler Ebene nicht notwendig.

Foto
1

Guten Tag Daniel

Weil dieser Thread mehrere Themen parallel diskutiert und ausserdem die Diskussion schon weit fortgeschritten ist, bitte ich, für verbliebene offene Fragen je einen neuen Forenbeitrag zu erstellen. Sie helfen damit nicht nur uns im Support, sondern auch den anderen Forenbesuchern, die von Ihren Beiträgen so besser profitieren können.

Idealerweise illustrieren Sie sowohl IST- wie SOLL-Zustand durch einen Screenshot oder ein angehängtes Beispieldokument.

Vielen Dank für Ihre Mühe im voraus.

Freundliche Grüsse

Peter

Foto
1

Lieber Peter

Besten Dank für Deine Rückmeldung.

Einen entsprechenden Forenbeitrag habe ich soeben erstellt.

Mit lieben Grüssen

Daniel

Foto
Foto
1

Ich gehe davon aus, dass sich Frage 1 erledigt hat. Anders als Frage 3 hat diese ja keinen eigenen Thread mehr erhalten.

Foto
1

Ja, ich konnte die Frage insofern lösen, als ich mit der vorbestehenden Bedingung "Andere Titel desselben Autors [...] werden ebenfalls zitiert" erreichen konnte, dass ab zwei zitierten Werken eines Autors bei allen Werken ein Zitiervermerk genannt wird. Ursprünglich wollte ich ja nur ab dem zweiten - nach dem LV alphabetisch geordneten - Werk einen solchen Zitierverweis, nicht jedoch für das erste Werk. Die nun erhaltene andere Lösung geht für mich aber völlig in Ordnung.

Sofern es nicht allzu viel Aufwand benötigt hätte ich nur noch ein kleines Anliegen:

Könnte man es über die Programmierung einer entsprechenden Bedingung erreichen, dass die jeweils gelb markierten Stellen bei den Entscheidangaben in den Fussnoten entfallen? Der Grund dafür liegt darin, dass es reine Wiederholungen sind des vorangehenden Entscheides. Die Komponenten habe ich als "Gericht" (BGE) bzw. "Art der Entscheidung" (Entscheid des XY) formatiert.

Mit lieben Grüssen

Foto
1

Das sind ja eigentlich zwei getrennte Fragen, welche auch nichts mit den Ausgangsfragen zu tun haben. Es wäre wohl auch besser, dafür neue Posts zu machen. Dessen ungeachtet erlaube ich mir die Bemerkung, dass m.E. die Erfassung der Gerichte mal im Gerichtsfeld, mal in der Entscheidungsart (wo es eigentlich darum geht, decision-Beschluss von decision-Urteil zu trennen, eine Unterscheidung, welche nicht jedes Rechtssystem macht) nur Probleme macht. Deswegen funktioniert ja unter anderem vermutlich auch die automatische Sortierung der Fußnoten nicht, und es müssen doppelt eingetragen werden (die unelegante Freitextfeldmethode).

Foto
1

Was an der Datenerfassung, so wie man sie auf dem Screenshot sieht, auch merkwürdig ist, ist dass die BGE nicht als Zeitschrift, sondern als Gericht (?) erfasst wurde, anstatt dass stets "Bundesgericht" als Gericht erfasst wurde, um dann eine Unterscheidung danach zu treffen, ob die Entscheidung in den BGE veröffentlicht wurde oder nicht (was man ja einfach machen könnte, in dem man darauf testet, ob das Zeitschriftenfeld ausgefüllt wurde oder nicht).

Foto
1

Besten Dank für Ihre Rückmeldung.

Sie haben natürlich Recht, dass dies eine unkonventionelle Erfassunsgweise darstellt. Für meine Zwecke war dies aber die praktikableste aller Lösungen.

Mit freundlichen Grüssen

Foto
1

Führt aber zu Folgeproblemen. Die automatische Sortierung ohne Freitextfeld kann nicht funktionieren, der eingebaute Test, ob der Vorgängerautor (=Vorgängergericht) der selbe ist, kann nicht funktionieren, die Sichtung der Datenbank nach allen Entscheidungens eines Gerichts wird nicht funktionieren, falls jemals gewünscht.

Foto