Indirektes Zitieren mit Vgl. und Ebenda Quellenangaben

Jasmina K. hinzugefügt 2 Jahren her
beantwortet

Ein Weihnachtliches Hallo in die Runde!

Hauptsächlich werden in Wissenschaftlichen Arbeiten die Aussagen durch Quellen belegt, durch Vergleichsquellen (vgl. Hochschulschriften zur Wissenschaftlichen Arbeit).

Ich bekomme dieses Vgl. aber nicht in mein Zitat. Gibt es mittlerweile eine bessere Lösung, als den Zitationsstiel zu bearbeiten? Ich bräuchte drei Varianten: Im Satz: vgl. Nach einem Absatz: Vgl. und bei zwei Quellen vgl. a.

Außerdem möchte ich die Variante mit Ebenda nutzen. Wie könnte das gehen?

Liebe Grüße

Antworten (4)

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Guten Tag

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, sollen alle Textnachweise mit "vgl." eingefügt werden, wenn Sie eine Hochschulschrift (Diplomarbeit, Masterarbeit oder noch unveröffentlichte Dissertation) zitieren. Bei allen anderen Dokumententypen (z.B. Monographien, Beiträgen aus Sammelwerken, Zeitschriftenaufsätzen, Internetdokumenten) soll das vgl. nicht erscheinen.

Das ist eine ungewöhnliche Regel, deren Sinn mir nicht sofort klar ist. Häufiger findet sich der Wunsch nach "vgl." bei indirekten Zitaten. Bevor Sie sich die Mühe machen, den Zitationsstil anzupassen, rate ich zu Folgendem:

Prüfen Sie zuerst, wie oft der Fall vorkommt, dass Sie eine Hochschulschrift zitieren. Bedenken Sie dabei, dass Dissertationen in der Regel veröffentlicht werden und dann als Monographie erfasst werden. (Dort können Sie bei Bedarf im Feld "Untertitel" oder "Titelzusätze" ergänzen: Zugleich Dissertation an Universität XYZ.)

Für die wenigen Fällen, in denen Sie eine Hochschulschrift zitieren, können Sie das "vgl." manuell über Citavis Word Add-in einfügen: https://www.screencast.com/t/A7nwR9xK [Video]

Die folgenden deutschsprachigen Autor-Jahr-Zitationsstile arbeiten mit "vgl." bei indirekten Zitaten und "ebd." bei der Wiederholung einer Quelle:

  • Grunwald, Spitta, 10th ed. (Author-Date)
  • kopaed Verlag
  • Mikula, Felbinger 2012
  • Thurm Verlag Kurznachweis im Text
  • Zeitschrift für Unternehmens- und Wirtschaftsethik

Freundliche Grüsse

Peter

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Nein, da wurde ich falsch verstanden. Ich schreibe meine Masterthesis gerade und jegliche Inhalte müssen über Vergleichsquellen belegt werden. In solchen Arbeiten muss also alles was ich schreibe durch eine Quelle indirekt belegt werden und ich schreibe hinter jedem Satz/Absatz meine Quellenangabe. Dazu gibt es drei Varianten. Belegt die Quelle nur den satzinhalt, kommt die Quelle vor dem Punkt und wird das vgl. ist kleingeschrieben. Belegt sie einen Absatz, schreibe ich sie nach dem Punkt und das Vgl. groß. Muss ich mehr als eine Quelle für den Absatz nennen, dann schreibe ich erst: Vgl. Lamnek 2010, S. 30; vgl. a. Mayring 2008, S. 120)

Gerade fürge ich meine Quellen immer ohne Klammern ein und kann dann die Form selbst hinzufügen. Generell leuchtet mir aber nicht ein, warum es diese Variante nicht gibt, denn jeder Wissenschaftliche Text muss indirekte Quellen nutzen...


Die Zweite Frage war zum Thema ebd.

Nenne ich eine Quelle am Seitenanfang, darf ich diese Quelle im folgenden nurnoch mit ebd. und Seitenzahl benennen, bis eine andere Quelle genutz wird oder eine neue Seite angefangen wird. Das bedeutet, viel arbeit, da die Seiten gerne im laufe der Zeit anders aussehen. Schön wäre etwas automatisches. ich denke aber, dass es dieses nicht gibt, oder irre ich mich da?


Ich danke Ihnen, für ihre Hilfe und werde mir die genannten Stile anschauen. Liebe Grüße!

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Hallo Jasmina

Dass jedes Zitat (direkt oder indirekt) belegt werden muss, steht außer Frage. Dass jedes indirekte Zitat mit "vgl." eingeleitet werden muss, ist jedoch eine Konvention, die keinesfalls so verbreitet ist, wie das gelegentlich behauptet wird:

  • Gerade mal zwei der 8544 englischsprachigen Stile in Citavi 6 nutzen "cf.", also das englischsprachige Pendant zu "vgl.".
  • Bei den deutschsprachigen Stilen (aktuell 825 in Citavi 6) sind es nur 12%, die mit "vgl." arbeiten.

Ob Sie den Quellennachweis vor oder nach dem Punkt einfügen, entscheiden Sie beim Schreiben. Wenn Sie Zitate aus Citavi einfügen, erscheint der Quellennachweise nach dem letzten Satzzeichen Ihres Zitats. Sie müssen dann das Satzzeichen ggf. löschen und hinter die Quelle stellen. Klicken Sie in diesem Fall in Citavis Word Add-in nochmal auf "Aktualisieren".

Ob das "vgl." am Satzanfang mit einem Großbuchstaben beginnt, kann der Zitationsstil regeln. Dafür muss dort "vgl." als Präfix für indirekte Zitate definiert sein und eine Ersetzungsregel ausgewählt sein, die statische Textelemente am Satzanfang gross schreibt. Alternativ geben Sie situativ "vgl." über Citavis Word Add-in > Mit Optionen einfügen > Präfix ein.

Wenn Sie mit Citavi 6 arbeiten, prüft Citavi die gewünschten Ebenda-Regeln und zwar nach diesen Regeln https://www.screencast.com/t/I30ZdK3xDm [Screenshot]. Von den deutschprachigen Autor-Jahr-Stilen arbeitet übrigens nur jeder zehnte Stil mit "ebd.". Sie finden in der Literatur mehrere kritische Betrachtungen zur Verwendung von "ebd.". Die folgenden Ausführungen von Theisen beziehen sich zwar auf Fußnoten, gelten aber gleicherweise auch für In-Text-Nachweise:


„Ein [...] Ärgernis stellen verkürzte Verweise auf derselben Textseite dar, die den Leser zwingen, einen mäandernden Fußnotenwurm hinauflesen zu müssen, um die erwünschte Information zu erlangen: So lässt ein vermeintlich eigenständiger Fußnotenverweis im Text den Leser von ‚ibid‘ über ‚ebenda, S. 15‘ zu ‚Drukarczyk, J., a. a. O., S. 23‘ eventuell noch aufgelockert durch ‚Drukarczyk, J., a. a. 0., passim (lat.: da und dort)‘ eine Reise durch die Fußnoten antreten, bis er die gesuchte, vollständige bibliografische Angabe nach diesem Fußnoten-Marsch erhält.“
Quelle: Theisen, Manuel René (2013): Wissenschaftliches Arbeiten. 16. Aufl. München: Vahlen, S. 162.


Ein deutscher Autor-Jahr-Zitationsstil, der mit "vgl." und "ebd." arbeitet, ist der Stil "Grunwald, Spitta 10th. ed. (Author-Date)". Dieser Stil produziert dann aber auch Quellennachweise wie "vgl. ebd., S. 9f.". Ich habe dazu ein festes Urteil, das aber nicht zitierfähig ist.

Freundliche Grüße

Peter

PS: Sie werden in anderen Postings bemerkt haben, dass ein Teil des Citavi-Teams in der Schweiz arbeitet. Hier gibt es kein ß mehr. In diesem Posting habe ich zugunsten der Lesefreundlichkeit die Schreibweisen vereinheitlicht.

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Ich danke, für die auch an den Feiertagen, schnelle Antwort. Ich werden den Stil ausprobieren.

Liebe Grüße

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