Fußnoten in Referenznummernstil einfügen

Andreas W. hinzugefügt 8 Monaten her
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Liebes Supportteam,

für meine Dissertation muss ich den Zitierstil "Angewandte Chemie (Dt. Edition)" verwenden. Wenn ich richtig liege, ist das eigentlich ein Referenznummernstil. Zusätzlich sollen nun allerdings alle Referenzen bei der erstmaligen Zitierung als Fußnote auf der jeweiligen Seite erscheinen. Außerdem müssen normale Anmerkungen möglich sein, wobei die Zählung zusammen mit den Literaturverweisen erfolgen soll. Konsequenterweise sollen diese Anmerkungen dann zusammen mit den Literaturverweisen im Literaturverzeichnis erscheinen. Ich habe versucht, das ganze in einem kleinen Bild zu visualisieren. Auf welchem Weg kann ich diese Zitierweise am besten umsetzen?

Vielen Dank im Voraus.

Andreas

Kommentare (10)

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Lieber Andreas

Wenn Sie einen Referenznummernstil mit Quellennachweisen in Fussnoten kombinieren möchten, würden das dafür sorgen, dass in Ihrem Text zwei Zahlen erscheinen:

/3ea7f208d86e6ef4248cb622b6d6f583

Eine der beiden Zahlen verweist auf die Nummer der Quelle im Literaturverzeichnis. Die andere Zahl auf die Fussnote.

Im Laufe des Schreibens würden diese Zahlen auf unterschiedliche Quellen verweisen, nämlich ab dem Zeitpunkt, an dem Sie eine Quelle das zweite Mal zitieren.

In anderen Worten: Wenn die Quellen in den Fussnoten und im Literaturverzeichnis erscheinen sollen, ist ein Referenznummernstil die falsche Wahl. Sie müssten einen Fussnoten-Stil wählen. Bei dem wiederum wären die Quellen im Literaturverzeichnis nicht nummeriert. Sie könnten zwar die Word-Funktion nutzen, um die Quellen im Literaturverzeichnis nummerieren zu lassen, aber diese Nummern würden nicht mit den Fussnotennummern übereinstimmen.

Vielleicht möchten Sie Ihre Zitierrichtlinie nennen, damit ich prüfen kann, was die beste Lösung für Sie ist.

Freundliche Grüsse

Peter

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Hallo Peter,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Das habe ich bereits befürchtet. In unserer Gruppe wird tatsächlich alles per Hand getippt, weil Citavi (und EndNote) unseren Stil angeblich nicht können. Unsere (arbeitsgruppeninterne) Zitierrichtlinie ist tatsächlich nur so beschrieben, wie ich sie oben dargestellt habe: Wie bei "Angewandte Chemie (Dt. Edition)" aber mit allen Referenzen bei Erstnennung in der Fußzeile.


Die Lösung als Fußnotenstil klingt prinzipiell gut, aber die Nummerierung mit Word erscheint mir letztendlich unpraktischer als es komplett per Hand zu machen. Gibt es noch eine andere Lösung?

Beste Grüße

Andreas

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Hallo Andreas

Wenn alle Referenzen bei der Erstnennung in der Fussnote erscheinen (kein Problem für eine Literaturverwaltung), welche Nummern sollen im Literaturverzeichnis vor den zitierten Quellen stehen, wenn diese Fälle eintreten:

a) Eine Quelle wird das erste Mal in Fussnote 1 und dann noch mal in Fussnoten 14, 23 und 35.

b) In einer Fussnote werden mehrere Quellen genannt (Mehrfachnachweis).

Freundliche Grüsse

Peter

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Hallo Peter,

a) dieser Fall kann eigentlich nicht auftreten, weil die Quelle ja nur bei Erstnennung in der Fußnote erscheint. D.h. beim ersten Zitieren, z.B. auf Seite 3, stünde die Quelle als [1] in den Fußnoten und im Text mit hochgestellter "[1]". Wird diese Quelle jetzt auf Seite 7 noch einmal zitiert, würde im Text einfach nur eine hochgestellte [1] stehen und nichts in der Fußzeile, da es ja keine Erstnennung mehr ist. Im Literaturverzeichnis wäre die Quelle dann entsprechend nur unter [1] zu finden.

b) Bei einem Mehrfachnachweis würde im Text eine [1] stehen. In der Fußzeile (bei Erstnennung) und im Literaturverzeichnis würde dann stehen [1] a) Quelle 1; b) Quelle 2; c) Quelle 3 usw.


Würde es Ihnen helfen, wenn ich Ihnen eine unserer kompletten Disseration sende?

Vielen Dank für die fortgesetzte Hilfe.

Beste Grüße

Andreas

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Hallo Andreas

Senden Sie bitte die Dokumentation an service@citavi.com. Ich gucke mir das gerne nochmal an.

Freundliche Grüsse

Peter

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Hallo Andreas

Danke für das Demo-Dokument. Ich antworte hier, damit unsere Mitleserinnen und -leser von Ihrer Frage profitieren.

Aus dem zugesandten Dokument habe ich dieses Beispiel zur Illustration entnommen:

/e47e0236c584ce16d946a25873fdc1ba

Aus dem Beispiel lese ich, dass die Fussnoten nicht mit der Fussnoten-Funktion von Word erstellt wurden. Die hochgestellten Nummern im Text (z.B. 35 und 40) finden sich nicht in den Fussnoten. Das heisst auch, dass die Leser der Arbeit die zitierten Quellen zwar immer hinten im Literaturverzeichnis finden, aber nicht immer im Fussnotenbereich der Seite, auf der sich das Zitat steht. Ich verstehe darum noch nicht, warum zusätzlich zum Literaturverzeichnis mit Fussnoten gearbeitet wird. (Das ist keine rhetorische Aussage.)

Das für Sie relevante Fazit: Die gezeigte Darstellung ist mit keiner Literaturverwaltung machbar, die ich kenne. Ich bitte nachher nochmal meine Kolleginnen und Kollegen aus dem Support-Team auf das Beispiel zu schauen, um keine Option auszulassen.

(Als jemand, der von sich glaubt, ziemlich gute Word-Kenntnisse zu haben, wäre ich interessiert zu erfahren, wie Sie manuell den Fussnoten-Bereich erstellen. Ich kann mir darauf noch keinen Reim machen.)

Freundliche Grüsse

Peter

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Hallo Peter,

vielen Dank für die Antwort. Die Nummern 35 und 40 finden sich deswegen nicht in den Fußnoten, weil sie bereits auf einer vorherigen Seite zitiert wurden. Die Erwähnung in den Fußnoten erfolgt nur bei der erstmaligen Nennung. Warum wir das so machen, ist eine interessante Frage. Man mag das sinnvoll finden oder nicht, aber letztendlich muss ich es genau so machen und bin deswegen an Wegen interessiert, dies effizient zu erledigen.

Tatsächlich wird das bei uns alles per Hand (also ohne Nutzung irgendwelcher spezieller Funktionen) gemacht. Im Text werden also einfach an den entsprechenden Stellen hochgestellte Nummern eingefügt. Dann wird auf den entsprechenden Seiten unten eine Linie eingefügt und in diesen Bereich mit entsprechender Formatierung (kleinere Schrift etc.) die Quellen geschrieben. Das Literaturverzeichnis wird auch einfach eingetippt. Diese Methode ist zeitaufwendig und fehleranfällig, aber es gibt anscheinend keine Alternative dazu.

Ich habe das ganze nochmal als Word-Dokument angehängt. Ich habe das ganze jetzt in weniger als 5 Minuten gemacht und es sieht entsprechend unansehnlich aus, aber ich denke es wird deutlich, dass es auf diese Weise prinzipiell geht. Ich wäre nur an einer besseren Methode interessiert. Danke, dass Sie noch Ihre Kollegen befragen möchten.

Beste Grüße

Andreas

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Hallo Andreas

Danke für die Word-Datei. Ich verstehe jetzt besser, mit welchem Aufwand Sie hier arbeiten müssen. Ich verlasse mal kurz die Support-Rolle:

Das zugesandte Word-Dokument erinnert mich an meine Studenten-Zeit in den 80er Jahren. Damals hatte ich mir mein Studium damit finanziert, dass ich die Arbeiten anderer Leute mit meiner elektronischen Schreibmaschine (das war eine Sensation damals) abgetippt habe. Manuell erstellte Fussnotenapparate habe ich mir dabei extra vergüten lassen, weil das ständige Prüfen, ob noch genug Platz auf der Seite ist, soviel Zeit kostete und fehleranfällig war. Mir erscheint das im Dokument gezeigte Vorgehen wie ein Rückfall in eben diese Zeit. Ich erkenne darin ein Muster, das mir auch an anderer Stelle bereits begegnet ist: Einige medizinische Promotionsordnungen fordern, mit Referenznummern zu arbeiten und im Literaturverzeichnis - nicht im Text - die Zitat-Seiten als Belege auszugeben. Das aber erschwert die Plagiaterkennung. Das Muster dahinter: Die bewährten Regeln für das Publizieren in Fachzeitschriften werden so umgebogen, dass sie auch auf die typischen Anforderungen passen (sollen), die für wissenschaftliche Qualifikationsarbeiten gelten. Das Ergebnis ist dann, dass die Prüflinge zuviel Zeit damit verschwenden, formalen Ansprüchen zu folgen, als sich auf die Inhalte zu konzentrieren. Das finde ich weder hochschuldidaktisch noch volkswirtschaftlich sinnvoll.

Eine Alternative sehe ich also schon, aber die liegt nicht auf der technischen Seite, sondern auf der organisatorischen. Ich führe das nicht weiter aus, weil Sie aus meinen obigen Zeilen bereits erkennen, worauf ich hinaus will.

Ich hätte gerne in die Zauberkiste gegriffen, um Ihnen Ihre Arbeit zu erleichtern. Es tut mir wirklich leid, Sie mit diesem Problem alleine lassen zu müssen.

Freundliche Grüsse

Peter

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Hallo Peter,

Sie haben aus meiner Sicht vollkommen Recht. Dieses Abtippen ist eine reine Fleißaufgabe, die höchstens noch die Frustrationstoleranz trainiert, wenn auch sonst nichts. Ich muss allerdings auch sagen, dass ich es beim Lesen von Dissertationen durchaus praktisch finde, die Quelle direkt auf der selben Seite zu haben. Auf der organisatorischen Ebene anzusetzen, erscheint mir daher schwierig, weil ich keinen alternativen Zitierstil kenne, der ähnlich Komfort für den Leser bietet. Wenn aber das Hauptargument gegen unseren aktuellen Stil der erhöhte Zeitaufwand beim Schreiben ist, wird das wohl wenig überzeugend sein (es würde mich ehrlich gesagt auch nicht überzeugen).


Auch wenn wir an dieser Stelle jetzt keine direkte Lösung gefunden habe, so möchte ich mich dennoch ausdrücklich für Ihre engagierte Hilfe bedanken.


Beste Grüße

Andreas

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Hallo Andreas

Ich bin ganz auf Ihrer Seite: Die zitierte Quelle in einer Fussnote vollständig zu lesen, ist komfortabel. Dafür stehen auch viele deutsch- und anderssprachige Fussnoten-Stile in Citavi zur Auswahl.

Es wäre einfach, den bisherigen Referenznummernstil "Angewandte Chemie" in einen Fussnoten-Stil umzuwandeln. Wie würde sich der so angepasste Stil aber weiter von Ihrer Vorgabe unterscheiden?

  1. Die Nummern im Text und in den Fussnoten wären klassische Fussnotennummern, wie Sie Word vergibt.
    Workaround für die eckigen Klammern: Es gibt wohl Wege in Word, die Ziffern in eckige Klammern zu setzen. Da müsste ich aber nochmal selbst recherchieren, wie das geht.
  2. Wenn Sie eine Quelle wiederholt zitieren, erscheint diese wieder vollständig in der Fussnote. Die bereits einmal vergebene Fussnoten-Nummer wiederholt sich aber nicht im Text. Es erscheint eine neue Nummer, weil Word die Fussnoten fortlaufend nummeriert.
    Workaround: Eine Fussnotennummer manuell als Querverweis einfügen, s. https://www.screencast.com/t/oM8RetBmjUET
  3. Das Literaturverzeichnis ist standardmässig alphanumerisch sortiert. Sie könnten eine andere Sortierung wählen, nämlich "Reihenfolge der Zitierung". Es fehlen aber definitiv die Referenznummern.
    Workaround: Sie könnten die Referenznummern manuell ergänzen, nachdem Sie die Arbeit fertiggeschrieben und alle von Citavis Word Add-in eingefügte Quellen in Text umgewandelt haben, https://www.screencast.com/t/G5kOFDj3ssnX [Screenshot]

Freundliche Grüsse

Peter