E-Ink Reader

Lorenz W. hinzugefügt 49 Tagen her
beantwortet

Liebe Community,

dieses Thema hat nicht direkt etwas mit Citavi zu tun, ich hoffe aber, dass es trotzdem ein Thema ist, das hier Platz findet und für die eine oder den anderen relevant ist.

Mein Traum, Citavi an einem E-Ink Gerät zu nutzen, wird sich wohl nicht erfüllen, da es dafür keine Hardware gibt und wohl auch die Webversion nicht in den technisch abgespeckten Browsern der E-Ink-Tablet sinnvoll nutzbar sein wird.

Doch wenigstens würde ich gerne die PDFs auf einem E-Ink Reader lesen, zukünftige Wissenselemente markieren und dann später in Citavi übernehmen. Dafür gibt es ja bereits ein tolles Plugin.

Ich möchte euch gerne fragen, ob ihr Erfahrungen mit E-Ink Geräten habt und wie gut ihr darauf PDF-Dokumente lesen und markieren könnt. Die Geräte von Amazon können zwar PDF-Dateien öffnen, aber ist der Bildschirm dafür groß genug, damit das sinnvoll nutzbar ist? Mit größeren Bildschirm kenne ich nur die Onyx Boox Geräte, die aber recht teuer sind, auf einer alten Android-Version basieren, und nirgendwo getestet werden können. Hat damit jemand von euch Erfahrung? Oder gibt es noch ganz andere Geräte, die mir bei meiner Recherche nicht aufgefallen sind?

Herzlichen Dank für eure Meinungen!Lorenz

Kommentare (8)

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Lieber Lorenz,

ich habe bislang einen aus den USA importierten Sony DPT-RP1 (13,3" eink-Display) genutzt und war damit auch sehr zufrieden – gerade wegen der minimalen Nutzungsmöglichkeiten, wegen denen das Gerät auch oft kritisiert wurde. Annotierte pdfs wurden ohne Probleme nach der Synchronisation in Citavi angezeigt und mit einem Klick konnten die Stellen als Wissenselemente übernommen werden. Kurz, es war eine ganz solide und einfache Lösung, die zugegebener Maßen – wie auch die ONYX-Geräte – sehr teuer war. Das gilt um so mehr, weil das Gerät nach nun knapp 2 Jahren leider defekt ist und weder die Touch- noch die Stifteingabe funktioniert, ohne das ein konkrete Beschädigung oder ähnliches zu erkennen wäre. Da das Gerät von Sony aus völlig unverständlichen Gründen nur in den USA und Japan vertrieben wird, stellt sich der Support als nahezu unmöglich bzw. als unbezahlbar heraus. Damit handelt es sich zum jetzigen Zeitpunkt um einen wirtschaftlichen Totalschaden, was bei einem so teuren Gerät schon sehr ärgerlich ist. Aber auch, weil ich damit eigentlich sehr zufrieden war. Ich werde nun versuchen, bei einem lokalen Handy-Reperaturladen, beim CCC oder bei einem Repair Café eine Lösung zu finden, habe aber wenig Hoffnung.

Falls dies nicht erfolgreich sein sollte, wollte ich dich nun Fragen, wie deine Erfahrungen mit einem Onyx-Reader sind? Ich habe in dem AddOn-Thread gesehen, dass du dich entschieden hast, einen davon zu kaufen. Mich würde interessieren, ob du zur 13.3"- oder 10"-Variante gegriffen hast? Ich Frage mich, ob 10" in den meisten Fällen vielleicht ausreicht. Auch würde ich gerne wissen, wie der Workflow mit Citavi ist, da die ONYX-Reader die Annotationen nicht direkt im pdf zu speichern scheinen, was der Sony-Reader gemacht hat. Sollte sich der Sony tatsächlich als nicht reparierbar herausstellen, fände ich einen Erfahrungsbericht von dir sehr hilfreich.

Vielen Dank und beste Grüße

Felix

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Lieber Felix,

ich habe mir den Onyx Boox Max2 Pro gekauft. Ich würde auf jeden Fall die Pro Variante wählen, da er mehr Speicher (64 statt 32 GB) und vor allem mehr Arbeitsspeicher hat (4 statt 2 GB). Momentan gibt es den Reader in weiß, was aber ein Sondermodell war und teilweise ausverkauft ist. Ich habe ihn auf Amazon aber noch gefunden. In Kürze soll der Pro regulär erscheinen, dann in Schwarz aber wohl mit derselben Ausstattung.

Die 13,3 Zoll finde ich angenehm, da es quasi A4-Größe ist. Vielleicht reichen auch 10 Zoll, aber insbesondere bei einer Zweiseitenansicht wäre das zu klein. Und wenn ich schon ein Display zum Lesen draußen habe, will ich nicht wieder wegen der Textgröße die Augen zusammenkneifen müssen.

Der Nachteil ist allerdings, dass der Display keinerlei Beleuchtung hat. Es ist also wirklich nur ein Lesegerät für draußen oder unter der Nachttischlampe. In der schummrigen Eckkneipe hat man damit wenig Freude, aber dort sollte man auch eher anderen Gelüsten fröhnen.

Das besondere am Onyx ist, dass er mit Android läuft. Allerdings mit einer älteren Version (6.0). Um den Playstore zu aktivieren muss man ein paar extra Umwege gehen, allerdings ist das problemlos machbar und kostet nur ein paar Klicks und braucht kein Expertenwissen. Bis jetzt bin ich noch auf keine App gestoßen, die auf dem Onyx nicht läuft - mal davon abgesehen, dass sie natürlich nicht für E-Ink-Displays optimiert sind. Aber Chrome, G-Mail, Evernote, etc. funktionieren gut. Man kann also mit dem Gerät auch seine E-Mails beantworten, im Web etwas nachschauen oder Musik hören. Für manche Apps muss man den A2-Modus aktivieren, dadurch ist die Darstellung nicht mehr so scharf, aber die Apps funktionieren dann.

Die App Chrome Remote Desktop funktioniert nicht richtig, allerdings funktioniert die neue Web-Version davon (https://remotedesktop.google.com/) im Chrome-Browser auf dem Reader ausreichend. Schade ist hier, dass der Reader keinen wirklichen Landscape-Modus hat. Trotzdem: ich kann darüber auf meinen Rechner zugreifen. Zum produktiven Arbeiten taugt das bei Weitem nicht, aber um im Notfall Citavi zu starten und einen wichtigen Text in die Dropbox zu schieben, reicht es gut.

Toll ist, dass das Gerät Bluetooth hat. Ich habe eine kleine Bluetoothtastatur angeschlossen: Logitech Key-to-Go, die ich sehr empfehlen kann. Das Display ist auch schnell genug, um darauf schreiben zu können. Auch für Annotationen in den PDFs ist die Tastatur sehr hilfreich.

Dann kann der Reader auch noch via HDMI an den Rechner als externer Bildschirm angeschlossen werden. Das habe ich noch nicht getestet, scheint aber anderen Kommentaren nach auch nicht vernünftig zu funktionieren.

Bedient werden kann der Reader mit Stift oder mit dem Finger. Ich nehme fast ausschließlich den Stift, das mag aber daran liegen, dass ich viel am Strand lese und nebenher fettige Garnelen esse. Es funktioniert aber beides gut und mit dem Stift kann man auch in PDFs ziemlich flüssig zeichnen.

Die originale Reader-App funktioniert (bis auf ein Problem, zu dem ich später komme) hervorragend. Ich kann mit dem Stift in der PDF flüssig zeichnen und schreiben. Diese Notizen sind auch in Citavi sichtbar, wenn man "Alle Annotationen anzeigen" aktiviert. Hauptsächlich markiere ich aber Text und füge dann auf dem Keyboard eine Annotation ein. In der anderen Version wirst du schon gelesen haben, dass Jan ein Pre-Release des Citavi-Plugins "Import Annotations" zur Verfügung gestellt hat, mit dem man nun diese Annotationen automatisch übernehmen kann. D.h. aus der eingetippten Annotation wird die Kernaussage und der markierte Text wird als direktes Zitat eingefügt. Das funktioniert bereits wunderbar und heißt, dass man in Citavi nicht mehr händisch nacharbeiten muss, sondern mit ein paar Klicks alle Wissenselemente vorhanden sind. Das ist traumhaft und erspart viel Zeit!

Dass der Onyx-Reader die Annotationen zunächst nicht im PDF speichert stimmt. Allerdings muss man lediglich am Ende der Arbeit unter "Notes" das PDF exportieren. Es wird dann ein PDF erstellt, in dem die Annotationen vorhanden sind. Allerdings erkennt das Plugin die Annotationen erst dann, wenn man das PDF davor kurz in Acrobat öffnet, irgendetwas ändert (Kommentar erstellen und wieder löschen) und dann abspeichert.

Aktuell ist es allerdings leider so, dass der Onyx-Reader die Texte nicht sauber markiert. D.h. er markiert oft die ganze Zeile, obwohl man erst in der Mitte beginnen möchte. Oder die Markierung ist so unsauber, dass dann beim Import in Citavi ganze Zeilen fehlen. Das ist sehr ärgerlich, aber wohl nur ein Bug des aktuellen Readers (2.0). Es stand bereits ein Firmwareupdate zur Verfügung, das auch einen neuen Reader (3.0) beinhaltet in dem der Fehler hoffentlich behoben ist. Allerdings wurde das Update wieder zurückgezogen, wird aber wohl in Kürze wieder erscheinen. Unter http://bbs.onyx-international.com gibt es ein relativ lebhaftes Forum, wo Fehler thematisiert werden können.

Um das Problem zu umgehen habe ich alternative Android-Reader-Apps installiert. Das Problem dabei ist, dass kaum eine für E-Ink-Displays optimiert ist. Bei der Onxy-App kann man auch für PDFs Dicke und Kontrast der Schrift einstellen. Das geht bei den anderen Apps nicht, bzw. nur für eBooks aber nicht für PDFs. Einzig der Librera Reader hat ein ähnlich gut lesbarers Textbild für PDFs, allerdings kann man hier bei den Markierungen keine Annotation hinzufügen, was für mich ein Ausschlusskriterium ist. Am besten fand ich am Ende die Pro-Version der Moon+-App. Auch hier ist die Textdarstellung nicht perfekt (d.h. einfach zarter und dadurch schwerer lesbar), jedoch funktionieren Markierungen und Annotationen sehr gut. Ich werde diese App verwenden, bis Onxy mit der nächsten Firmware das Problem hoffentlich gelöst hat.

Alles in allem genieße ich das Lesen darauf sehr und dank des Plugins von Jan funktioniert das Zusammenspiel mit Citavi perfekt! Aber ein bisschen Bastelei ist's eben auch.

Beste Grüße

Lorenz

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Lieber Lorenz,

vielen Dank für die schnelle und noch ausführlichere Antwort! Das vermittelt sehr gut einen Eindruck von dem Gerät. Schön, dass du auch die kleinen Macken beschrieben hast, mit denen man bei jedem Gerät in unterschiedlicher Form einen Umgang finden muss. Der Sony-Reader hat finanziell schon sehr geschmerzt, aber ich habe schon seit meiner Diplomarbeit, die nun auch schon ein paar Jahre zurück liegt, von so einem Gerät geträumt. Deswegen werde ich wohl mal schauen, wie sich das realisieren lässt, falls eine Reperatur nicht möglich sein sollte. Danke auch für den Hinweis auf die Verfügbarkeit der unterschiedlichen Versionen des MAX 2 PRO. Da werde ich einfach mal warten, ob sich da in den nächsten Wochen was tut.

Ich werde mal in den nächsten Tagen das AddOn mit den pdfs ausprobieren, die ich mit dem Sony annotiert habe. Mal sehen, wie sich das umsetzen lässt. Es liest sich auf jeden Fall sehr spannend, was du da beschreibst. Schade nur, dass die Annotationen des ONYX nur über den von dir beschriebenen Umweg öffnen-bearbeiten-speichern angezeigt werden.

Nochmals vielen Dank und beste Grüße

Felix

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Lieber Felix,

sobald das Firmeware-Update raus ist, werde ich hier berichten, ob die oben beschriebenen Macken gelöst sind.

Viele Grüße

Lorenz

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Super, ich bin gespannt. Ich werde hier dann bei Gelegenheit über das Zusammenspiel mit dem AddOn und den Sony-pdfs berichten. Für den Fall, dass es jemanden interessiert.

Beste Grüße

Felix

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Ich hab mir vor einigen Jahren auch einen Onyx Boox für die Bachelorarbeit gekauft, da es eines der wenigen Modelle war die mit PDFs gut umgehen konnten. Und obwohl der Reader nur A5 war ging das ganz gut. Leider hatte er keinen Cloud-Support, mit dem PDF/Annotationsformat war dann doch immer irgendwas (siehe oben) und daher war es mir irgendwann zu umständlich.

Letztlich ist die Lesequalität oder der Komfort auf einem Tablet mit LCD (o.ä.) mindestens genauso gut. Ich war da auch lange skeptisch, aber die moderne Geräte sind so hochauflösend, das man keinen Unterschied merkt. Die Bedienung ist zudem viel komfortabler, der Workflow flüssiger und die Geräte einfach ausgereifter, weil von großen Herstellern. Mit meinem älteren HUAWEI MediaPad in A4 (PDFs) und meinem kleinen iPhone (Ebooks) bin ich mehr als zufrieden, als Lese- und Markiergeräte. Ich denke ein neueres iPad mit extrem hoher Auflösung wird wahrscheinlich im Direktvergleich mit E-Ink-Bildschirmen immer gewinnen.


Insofern, lieber nochmal direkt vergleichen. Die E-Ink-Technik fühlt sich für mich immer mehr wie eine Sackgassentechnologie an, da kommen auch wenig neue Geräte, das hat sich irgendwie überlebt. Was ich auch schade finde, da gibt es noch Potenzial, gerade im wissenschaftlichen Bereich.

(alles meine persönliches Empfinden, ich habe dazu länger nicht mehr vertieft recherchiert)

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Lieber Wolfgang,

ich sehe das alles ähnlich, E-Ink hat für mich lediglich zwei Vorteile: einmal die lange Akkulaufzeit, aber vorallem die gute Lesbarkeit draußen.

Du meintest, dass die Lesequalität auf einem Tablet ähnlich sei. Ich habe nur den Vergleich zu einem iPad, dessen spiegelnder Bildschirm draußen schwer ablesbar ist und wenn es besonders hell ist (ich lebe derzeit auf Zypern), ist das iPad einfach viel zu dunkel. Für den Innenraum stimme ich dir voll und ganz zu, aber gerade für draußen sehe ich einen erheblichen Unterschied bei der Lesbarkeit. Oder hast du hier andere Erfahrungen im direkten Vergleich gemacht?

Viele Grüße

Lorenz

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Lieber Lorenz,


ja, das stimmt natürlich. Zumindest bei Sonnenschein/Outdoor ist das E-Ink in der Lesbarkeit unschlagbar.

Bei Dunkelheit finde ich die Hintergrundbeleuchtung z.B. schlechter, da kann man das iPhone viel besser runterdimmen und der Schirm ist gleichmäßig ausgeleuchtet.

Eine deutliche Verbesserung des Lese-Erlebnisses brachte bei mir tatsächlich eine matte Bildschirmfolie, die fasst sich auch angenehmer an. Ob man damit sein iPad bekleben will ist natürlich eine andere Frage, für mein altes gebrauchtgekauftes HUAWEI war es perfekt.


Die Akklaufzeit ist auch ein Vorteil, wobei man da mit Powerbank und inzwischen fast überall verfügbaren Steckdosen/Lademöglichkeiten in öffentlichen Verkehrsmitteln auch selten in die Bredouille kommt.


Charmant fand ich Ansätze mit zwei Bildschirmen, wie die russischen YotaPhones, aber letztlich sind das dann auch Exoten-Lösungen. Für iPhones gibts Hüllen mit E-Ink Bildschirm, evtl gibts das auch für Tablets?

Aber so oder so, sind das dann nur Hilfslösungen.

E-Ink scheint sich leider auf klassische Belletristik-Leser in Deutschland zu beschränken, die A4-Geräte werden oft gar nicht mehr importiert. In Asien/Osteuropa werden die Geräte auch in der Schule eingesetzt, da passiert mehr.


Falls Sie eine gute Lösung finden, lassen Sie es uns gerne wissen!

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